Betrug mit Ferienwohnungen

Recht im Tourismus, Änderungen im Reiserecht, Reservierung und Buchung, was bedeuten Sterne nach DTV und DEHOGA, TV Programmtips zum Thema Deutschlandurlaub, Urlaubserlebnisse, Unterkunft gesucht.
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piloty
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Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #1 »piloty » 28. Sep 2013 15:42

ich weiß von Fällen, wo einfach Bilder und ganze Beschreibungstexte von privaten Ferienhaus-Internetpräsenzen 1:1 kopiert werden und dann diese Fake-Internetseiten auf Portalen beworben werden. Meistens sind es 4-5 Sterne Ferienhäuser, die dann sehr günstig angeboten werden, das blendet dann die Leute. Das gibt es auch hier in Deutschland, auch wenn man da drüber nicht all zu oft was hört.
(www .zdf.de/Volle-Kanne/Betrug-mit-Ferienwohnungen-5293302.html) Link leider nicht mehr erreichbar. (27.07.17 Jondalar /Admin)

Ein Bekannter von mir vermietet auch mehrere Ferienhäusern und auch nur mit Vorkasse. Im konkreten Fall hatten Gäste ihm alles vorab bereits überwiesen.
Eine Woche vor Anreise hatte er einen Serverumzug seiner Homepage zu einem anderen Provider beauftragt, daher war seine HP mehrere Tage nicht erreichbar.
Er selbst war auch einige Tage geschäftlich unterwegs, dadurch war auch er nicht erreichbar. Genau in diesem Zeitraum wollten sich die Gäste nochmal auf seiner HP informieren, die war jedoch abgeschaltet. Telefonisch hatten sie auch niemanden in diesen wenigen Tagen erreicht. Da hatten die Gäste aus Panik sofort die Polizei eingeschaltet, da sie von einem Betrug ausgingen.

Was ich damit sagen will, nicht nur wir Vermieter werden misstrauisch und lehnen ab, wenn ein Gast keine Anzahlung/Vorkasse leisten will. Auch die Mieter sind bereits sensibilisiert, es gibt genug Fernsehberichte über Betrug.

Wenn ich mich mal in Gästesicht hineindenke: Ich telefoniere mit dem Vermieter, der wird richtig pampig weil ich auf seine Bedingungen (Vorkasse) nicht eingehe und teilt mir dann mit dass es anders nicht funktioniert. Da kommt dann bei mir der leise Verdacht auf der ist nur auf die Vorkasse scharf!

Aufgrund der vielen Betrugsfälle in diesem Bereich misstrauen sich einfach Privatvermieter und Gast.
Bei bekannten Hotels ist es üblich eine Anzahlung zu leisten, nur hier hat der Gast weniger bedenken, da das Hotel ja bekannt ist.
Bei einem Privatvermieter der unbekannt ist, weiß es der Gast nicht ob es ihn auch in wirklichkeit gibt.

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #2 »FairBär » 28. Sep 2013 18:13

Der Beitrag vom ZDF bezieht sich auch nicht auf Objekte in Deutschland, es geht auch hier um ein Objekt und den Bezug (siehe Fotos) zu Mallorca. Man muss den Text im Zusammenhang lesen.

Dazu der Hinweis: "Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Ferienwohnung besser über einen Reiseveranstalter in Deutschland buchen."

Und der Hinweis: "Achten Sie darauf, dass das Konto auf den Namen des Anbieters läuft und das Konto im selben Land geführt wird, in dem sich der Sitz des Anbieters befindet."

Dort finde ich auch einen Hinweis, der für deutsche Vermieter absurd ist: "Studieren Sie das Impressum der Internetseite. Im Idealfall finden Sie dort eine Steuernummer oder Handelsregisternummer." - In Deutschland ist kein Vermieter im Handelsregister eingetragen und seine Steuernummer vom Finanzamt auf der HP anzugeben, grenzt an Dummheit. Warum man das nicht macht, wissen wir hier alle.

Piloty: Was für Fälle kennst du denn genau? Jetzt bin ich neugierig.

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #3 »fewoklaus » 28. Sep 2013 18:17

Wenn ein Gast sich vergewissern möchte, ob es eine Ferienimmobilie auch gibt, so kann er in unserem Fall
a.) örtlichen Gemeinde / Tourismusinfo nachfragen bzw. auf deren Internetseite nachlesen
b.) sind wir bei der Kategorisierungsstelle verzeichnet als auch beim überregionalen Tourismusverband
und so ist auch bei uns. Wir sind beim DTV eingetragen und auch auf der Webseite der Gemeinde. Und er hätte auch mit mir sprechen können.

Ich bin hier relaxt. Ich muß und will nicht jeden nehmen. Und in dem Zeitraum, wo er angefragt hat, ist Hochsaison. Die 5 Tage bekommen wir noch locker belegt. (Ich habe schon Buchungen und auch Anzahlungen für 2015)

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #4 »Holunder » 28. Sep 2013 20:15

piloty hat geschrieben:
28. Sep 2013 15:42
Nun ja, ich kann Gäste verstehen in der heutigen Zeit, dass die keine Anzahlung leisten möchten. Nicht nur Vermieter werden heutzutage geprellt, auch die Mieter.

Piloty sicher ist das nichts sicher ist, niemand kann einen davor schützen das der gebuchte Flieger in 6 Monaten pünktlich fliegt, mein Hotel nicht abgebrannt oder mein Zimmer doppelt vermietet ist. Wer kein Risko eingehen möchte sollte daheim bleiben.

Wenn ich heute schon für 2014 meine Ferienwohnung vermiete bin ich auch nicht sicher ob mir der Gast nicht kurz vorher anruft und mir erzählt er könne nun doch nicht kommen, weil.......irgendeine Ausrede wird sich finden. Damit eine Absage nicht grundlos passiert ist die einzige Sicherheit, für den Vermieter, wenigstens die Anzahlung. Würde man die gleiche Buchung über einen Reiseveranstalter tätigen, wäre eine Anzahlung grundsätzlich zu leisten. Eine Reiserücktrittsversicherung kann man sowohl über den Reiseveranstalter wie auch für eine private Buchung abschließen, aber die kostet Geld, welches man nicht zahlen möchte.

Ich denke zum Thema Anzahlung haben der Gast und der Vermieter die gleiche Unsicherheit bzw. tragen das gleiche Risiko.
ich lass mich nicht mehr dazu zwingen ein guter Mensch zu sein

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #5 »Storch » 29. Sep 2013 09:15

Icvh habe mir die von piloty verlinkte Seite auch mal angesehen.
Angeboten wurde in einer Zeitung eine
5 Sterne Finka auf Mallorca, 1200 m² Grund, 4 DZ, 380 m² Wohnfläche für 990,- / Woche inkl. Bettwäsche, Handtücher, Strom.
Das 10 Min. Telefonat mit dem Vermieter verlief gut, er vermietet "nur an seriöse Mieter" hat im Kalender geschaut ob das Haus zum Wunschtermin frei ist, sobald 35 % Anzahlung da sind, ist reserviert.
Nachdem Fotokopien mit Bildern, Kontonummer und kurzem Begleittext eintrafen, hat das Ehepaar bezahlt. Danach haben sie festgestellt, die Hausnummer gibt es nicht, versuchten mehrfach vergeblich den Vermieter mobil zu erreichen (keine weiteren Daten vorhanden). Erstatteten schließlich Anzeige.
Rechtsanwalttipp im Film: Erst Erkundigungen einholen über TI usw. kleine Anzahlung 10 - 15% Rest in bar vor Ort. Stutzig werden bei super-Schnäppchen (Preise anderer Anbieter vergleichen), betrifft Objekte weltweit, Zeitungsanzeigen und Internet, in erster Linie jedoch Mallorca. Angeboten werden auch Objekte die es zwar gibt, in denen aber Menschen dauerhaft wohnen die nicht die Vermieter sind.

Ergänzender Textbeitrag (Habe wesentliches fett markiert)
Endlich steht der Urlaub bevor: Wie wäre es mit einer gemütlichen Ferienwohnung im Grünen oder direkt am Meer? Viele hoffen, im Internet einen Volltreffer zum Spitzenpreis landen zu können. Doch oft entspricht das angemietete Haus oder Apartment überhaupt nicht der Beschreibung im Internet oder der Zeitungsanzeige. Manchmal bricht nach der ersten Anzahlung der Kontakt zum Vermieter einfach ab und das Geld ist weg. Im schlimmsten Fall aber wird die Miete komplett im Voraus bezahlt und bei der Ankunft im Ferienort muss man feststellen, dass die Ferienwohnung überhaupt nicht existiert.
Wer eine Ferienwohnung aus dem Internet bucht, sollte auf die deutliche Kennzeichnung des Anbieters achten. Es sollten Name, Anschrift und Telefonnummer des Vermieters angegeben sein, um eventuell mehr Informationen einholen zu können. Eine E-Mail-Adresse als einziger Kontakt reicht nicht aus. Auch das Mietobjekt sollte mit einer Adresse angegeben sein. So lässt sich leicht im Internet überprüfen, ob es das Haus überhaupt gibt und ob die Beschreibung den Tatsachen entspricht. Des Weiteren sollten alle wichtigen Eckdaten der angebotenen Leistung im Vertrag genannt werden und die Kosten sollten transparent und leicht nachvollziehbar aufgeführt sein. Kay P. Rodegra, Anwalt für Reiserecht, kennt die Gefahren im Internet und rät: "Bei vielversprechenden Rabatten, die mit einer schnellen Zahlung verbunden sind, sollten Sie das Angebot besonders kritisch prüfen."
Eine Anzahlung ist je nach Größe des Objekts und der Mietdauer durchaus üblich, es gibt aber keine einheitlichen Regeln, wie man die Bezahlung abwickelt. Allerdings sollten Sie eine Anzahlung besser nicht per Kreditkarte tätigen. Sicherer ist es, den Betrag auf ein Konto zu überweisen. Zudem sollten Sie nur eine Anzahlung leisten und nicht den gesamten Betrag vor Reisebeginn zahlen. Achten Sie darauf, dass das Konto auf den Namen des Anbieters läuft und das Konto im selben Land geführt wird, in dem sich der Sitz des Anbieters befindet. Tipp: Studieren Sie das Impressum der Internetseite. Im Idealfall finden Sie dort eine Steuernummer oder Handelsregisternummer. Rufen Sie den Vermieter außerdem an. Wer nichts zu verbergen hat, gibt auch Auskunft. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte bei der örtlichen Gemeinde oder Touristeninformation nachfragen, ob das Ferienobjekt bekannt ist.
Häufig entsprechen die Apartments nicht der Beschreibung. Oft ist die Ausstattung unter dem angegebenen Standard oder die Hygiene lässt zu wünschen übrig. Gibt es Mängel, muss man diese sofort gegenüber dem Vermieter oder Reiseveranstalter reklamieren und deren Beseitigung verlangen. Auf jeden Fall sollten Sie so viele Beweise wie möglich sammeln, um nach Ihrer Reise einen Regress einfordern zu können. Wichtig ist zudem, im Vorfeld alle Buchungsschritte zu dokumentieren, um beweisen zu können, was genau vereinbart wurde.
Wenn das Ferienapartment gar nicht existiert, sollte auf jeden Fall sofort bei der Polizei vor Ort und auch in der Heimat Anzeige erstattet werden. "Wer betrogen wird, hat es in der Regel schwer, sein Geld zurückzubekommen", weiß Kay P. Rodegra. Haben Sie die Ferienwohnung per Lastschriftverfahren bezahlt, sollten Sie umgehend eine Rücklastschrift vornehmen lassen. Auf eigene Faust nach den Betrügern zu suchen, hat in der Regel wenig Erfolg. Auch gerichtlich gegen den Betrug vorzugehen, lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Oft unterhalten die Täter nur Briefkastenadressen oder ständig wechselnde Adressen, so dass sich der wirkliche Aufenthaltsort nicht ermitteln lässt. Meist treten Betrüger als Vermittler oder Agentur auf. Die Betrugsfälle betreffen Ferienhäuser und Wohnungen gleichermaßen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Ferienwohnung besser über einen Reiseveranstalter in Deutschland buchen. Zwar muss man bei diesen Reiseveranstaltern etwas tiefer in die Tasche greifen, dafür liegen die Vorteile auf der Hand. Sollte es zu Problemen mit der Ferienwohnung kommen, hat man die Möglichkeit, sich auf die Gewährleistungsansprüche des deutschen Reisevertragsrechts zu berufen. Dazu gehören Preisminderung, Recht auf Kündigung wegen erheblicher Mängel oder sogar das Einklagen von Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude.
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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #6 »Storch » 29. Sep 2013 10:00

piloty hat Recht, Betrug scheint es auch in D und A zu geben, wobei ich nur je 1 falsches Objekt gefunden habe:
Deutsche und Schweizer Urlauber sind auf die Internetwerbung eines Betrügers reingefallen und haben nicht vorhandene Ferienwohnungen auf Usedom gebucht:
Der Täter hatte über das Internetportal eines Kleinanzeigenmarktes Ferienwohnungen angeboten, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt, wie die Polizei am Dienstag in Anklam mitteilte. Dazu habe er die Adresse und Bilder eines Heringsdorfer Hotels ins Netz gestellt, die fiktive Wohnung für die Monate Juli und August angeboten und mit den Interessenten Verträge abgeschlossen. Unter Hinweis auf die kurzfristigen Buchungszeiten ließ er sich das Geld in einer Gesamthöhe von 2715 Euro vorab auf sein Konto überweisen.

Bei der Anreise mussten die Familien dann feststellen, dass zwar die Straße und Hausnummer stimmten, aber statt der gebuchten Ferienwohnung nur ein Hotel zu finden war, das mit der Buchung nichts zu tun hatte. Die Polizei ruft nun weitere mögliche Opfer auf, sich zu melden, damit der Täter ausfindig gemacht werden kann. Mithilfe der Usedom Tourismus GmbH (UTG) und Vermietern konnten die Urlauber schnell mit Ferienwohnungen auf Usedom und in der Müritz-Region versorgt werden. Der Geschäftsführer der UTG, Bert Balke, empfahl, Ferienwohnungen über die offiziellen Internetseiten der Tourismusregionen zu buchen.
Quelle: focus 2008
Betrug mit Ferienwohnung in Kitzbühel Österreich

Es war ja schon durchaus länger bekannt, dass mit Ferienwohnungen und sonstigen Unterkünften Betrug betrieben wurde. Letztes wirklich öffentliches Beispiel war dabei eine Unterkunft in Usedom, die nicht existierte.

Nun gibt es wieder so einen Fall, der selbst auf meinem eigenen System Ferien-Netzwerk.de zu finden war.

Angeboten wurde eine Ferienwohnung in Kitzbühel in Tirol, Kitzbüheler Alpen, Österreich mit der bei mir vorgegeben Bezeichnung “Kitzbühl Ferienwohnung in der Stadtmitte, direkt am Hahnenkamm Skilift”. Besonders jetzt zur Winterzeit sind dies natürlich begehrte Unterkünfte und Kitzbühel mit seinem Skigebiet auch ein beliebtes Urlaubsziel für Wintersportler. Die Ferienwohnung sollte 110qm groß sein und kostete 200,- Euro pro Übernachtung, wobei mindestens 3 Nächte gebucht werden mussten.

Beschrieben wurde die Wohnung wie folgt:

Moderne hochwertig ausgestatte Ferienwohnung wurde 2010 renovierte und hat eine Wohnfläche von (110 qm). Sie befindet sich im 1. OG und verfügt neben umfangreichen Komfortmöglichkeiten (TV; Hifi; Internet mit WLAN) über einen PKW-Abstellplatz und einen Skiraum im Keller. Die Wohnung bietet Platz für bis zu 6 Personen, verfügt über 3 Schlafzimmer, einem großem Wohnzimmer mit angeschlossenem Esszimmer, einer top ausgestatteten Wohnküche (Backofen, Geschirrspüler, Kühl- und Gefrierschrank, Saeco-Kaffeevollautomat…), 2 Bäder mit Waschbecken, Dusche und Badewanne, und einem großem Vorraum. Dazu gehört zum Krafttanken ein Balkon mit Sonnenliegen. Bade- und Handtücher sowie Bettwäsche sind im preis inbegriffen. Waschmaschine und Wäschetrockner befinden sich im Keller.

Auch die Adresse der Ferienwohnung ließ keine Wünsche offen:
Reischfeld 6
A – 6370 Kitzbühel

Der Haken an der Sache ist nur, dass es diese Wohnung gar nicht gibt und es sich dabei nur im ein leerstehendes Grundstück handelt. Diese Information wurde auch von der Stadtverwaltung Kitzbühel (Einwohnermeldeamt) bestätigt:

Sehr geehrter Herr Busch,

nach Prüfung der Adresse Reischfeld 6, 6370 Kitzbühel, wird nachstehen mitgeteilt.
Die oben angeführte Adresse ist bis zum heutigen Zeitpunkt eine unbebaute Fläche, siehe Anhang.
Der örtliche Tourismusverband wurde über diese Situation informiert.

Schon im Vorfeld versuchte ich natürlich den Inhaber der Unterkunft, einen Herrn M. Schuster aus Wuppertal zu kontaktieren. Doch auch dies blieb erfolglos. Laut dem Einwohnermeldeamt von Wuppertal ist keine Person mit diesem Vor- oder auch Nachnamen an dieser Adresse gemeldet. Selbst ein Kontakt per Telefon blieb verwehrt. Eine normale Festnetznummer steht nicht zur Verfügung, nur die Handynummer 0152 51581280. Diese wiederum ist laut Vodafone eine Prepaid-Nummer.

Seit also wachsam, wenn Ihr aktuell eine Ferienwohnung in Kitzbühel mieten wollt, denn dieses Angebot ist seit Ende November 2010 auf vielen Seiten zu finden, unter anderem auch bei Ebay und anderen Kleinanzeigen.

Nun ist auch eine Bestätigung des Stadtbauamt Kitzbühel eingetroffen, welche mit anderen Worten das Gleiche aussagt:

Sehr geehrter Herr Busch,

die Adresse „Reischfeld 6“ in 6370 Kitzbühel, auf welcher angeblich die Ferienwohnung des Herrn M. Schuster besteht, ist ein unbebautes Grundstück im Zentrum von Kitzbühel.

Die Lagebeschreibung der Wohnung in Ihrem Internetauftritt (Entfernungen zur Hahnenkammbahn, zum Golfplatz, zum Stadtzentrum) entspricht jenem dieses Bauplatzes, dessen grundbücherlicher Eigentümer nicht Herr Schuster ist.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Auskunft weitergeholfen zu haben,

mit freundlichen Grüßen

Anm.: Den Vornamen in der Originalnachricht habe ich gekürzt
Die Wohnung war im Ferien-Netzwerk, da ich von dem Betrug nichts wusste. Diese wurde schon Mitte November angemeldet und erweckte soweit einen normalen Eindruck. Auch jetzt ist im Internet bezüglich dieser Wohnung noch nichts zu finden, mein Artikel scheint der einzige öffentliche zu sein. Auf manchen anderen Unterkunftsportalen ist die Wohnung noch immer im Angebot, beim Kleinanzeigendienst eines bekannten Auktionshauses ebenso war sie es bis vor wenigen Tagen.

Dass es sich um Betrug handeln würde habe ich erst morgens am 8.12.2010 erfahren. Daraufhin wurde die Unterkunft sofort gesperrt, der Betreiber kontaktiert und auch die zuständigen Ämter in Deutschland und Österreich. Zwei Tage später kam dann auch von dort die Bestätigung, dass die Unterkunft nicht existiert.
Quelle: backlinkportal 2010
Auf der Webseite HomeAway.com suchten wir nach verschiedenen Ferienhäusern und machten eine Verfügbarkeitsanfrage für vier Personen in dem gewünschten Zeitraum. [...]

Wir erhielten daraufhin von einer Person eine E-Mail, in welcher auch das Logo von HomeAway eingebunden war sowie die Information, dass das gewünschte Objekt zur Verfügung steht. Wir erhielten einen Mietvertrag und eine Bankverbindung, auf welches wir eine Anzahlung inkl. Kaution in Höhe von 950$ leisten sollten. Nach Rückruf der im E-Mail-Verkehr angegebenen Telefonnummer teilte mir eine Person mit, dass alles OK ist und ich die weiteren Unterlagen per E-Mail bekommen würde.

In Colorado angekommen stellten wir fest, dass unsere Daten an der Rezeption in keinem Buchungssystem hinterlegt waren. Nach mehreren Anrufen bei der Servicenummer von HomeAway teilte man uns mit, dass die Person, mit der wir Kontakt hatten, kein legitimierter Vermittler war, dies eine Fakebuchung ist und wir das gebuchte Haus nicht beziehen können.[...]
Unsere Unterkunftskosten für unseren Skiurlaub erhöhten sich aufgrund der Fakebuchung um 1600$.

Da Homeaway.com als einer der führenden Anbieter für Ferienhäuser nicht ausreichend überprüft hat, an wem unsere Daten weitergegeben werden und uns nicht informiert hatte, dass die uns kontaktierte Person keine berechtigte Person ist, forderten wir das Portal schriftlich auf, uns den Mehraufwand in Höhe von 1600$ gutzuschreiben.
Unser Fall wird derzeit immer noch bearbeitet, man stellt uns jedoch bestenfalls nur 1000$ als Schadensersatz in Aussicht.

In unseren Augen ist die Plattform sehr unseriös, da sich anscheinend hier jeder als Hausbesitzer ausgeben kann und so ganz einfach an Anfragen von Kunden kommt. Unter dem guten Namen von HomeAway vertraut man dem Kontakt und überweist einer Person Geld, was man nie wieder sieht. Zudem hat man im Urlaub Besseres vor, als sich um eine neue Unterkunft zu kümmern. Wir können nur jedem raten, bei einer Buchung über HomeAway sehr vorsichtig zu sein und sich zweimal zu überlegen, ob er hier buchen will.
Quelle: paperbloc 2013
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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #7 »Storch » 29. Sep 2013 10:13

Und mal ein Statement von Vermietern:
ACHTUNG VOR BETRUG MIT FERIENWOHNUNGEN!

Jetzt hat es uns das erste Mal erwischt. Wir sind von einem Internetbetrüger betroffen.

Wer nun denkt es handelt sich um einen schon “klassischen” Fall wie einen Travealgent der für seinen Kunden ein Hotel sucht und dann mit Scheck im Voraus zahlen möchte, der irrt.

Es wird einfach nur unser Name missbraucht. Unter der Adresse unserer Appartements in der Grünangergasse 6/10 wurde zu äußerst billigen Konditionen eine Wohnung monatsweise oder länger zur Miete angeboten. Der Kontakt erfolgt in Englisch und der Vermieter musste leider dringend ins Ausland, weswegen die Abwicklung der Miete via DHL (oder ähnlichem) erfolgen soll. Wer jetzt noch nicht misstrauisch ist, der ist (fast) selber schuld.
Die Anzeigen auf Portalen wie wohnnet.at oder immobilien.et für ein Appartement Grünangergasse 6/10 stammen NICHT VON UNS. Es wurde nur unser Name misbraucht, um Geld zu kassieren und den neuen “Mieter” dann vor verschlossener Türe stehen zu lassen.

Die Anzeigen wurden von den betreffenden Portalen sehr rasch gelöscht, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese wieder auftauchen oder evtl jemand tatsächlich auf das Inserat hereingefallen ist. Ich hoffe inständig, dass nicht demnächst hier jemand vor der Türe steht …
Quelle: http://viennacityflats.at/
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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #8 »FairBär » 29. Sep 2013 19:49

So etwas lese und höre ich wirklich zum ersten Mal.

Da gibts nur eine Lösung: nicht nur auf Anzeigen in Portalen schauen, sondern den Namen ergoogeln und die Internetseite des Anbieters aufsuchen.
Auch, um zu schauen, wie (vor allem) und wo sich derjenige woanders präsentiert. Jemand, der andere übers Ohr hauen will, hat nicht auch noch die Lust, eine HP zu basteln.

Wenn man ein Hotel bucht, sucht man doch auch nach den Bewertungen.

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #9 »Elena » 1. Okt 2013 11:11

Oh, dann fliege ich bei der Prüfung durch. Wenn man meinen Namen ergoogelt, findet man den nur über meine Ferienwohnung und eine HP habe ich auch nicht.

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #10 »Wolfgang12 » 4. Okt 2019 22:47

piloty hat geschrieben:
28. Sep 2013 15:42


Ein Bekannter von mir vermietet auch mehrere Ferienhäusern und auch nur mit Vorkasse. Im konkreten Fall hatten Gäste ihm alles vorab bereits überwiesen.
Eine Woche vor Anreise hatte er einen Serverumzug seiner Homepage zu einem anderen Provider beauftragt, daher war seine HP mehrere Tage nicht erreichbar.
Er selbst war auch einige Tage geschäftlich unterwegs, dadurch war auch er nicht erreichbar. Genau in diesem Zeitraum wollten sich die Gäste nochmal auf seiner HP informieren, die war jedoch abgeschaltet. Telefonisch hatten sie auch niemanden in diesen wenigen Tagen erreicht. Da hatten die Gäste aus Panik sofort die Polizei eingeschaltet, da sie von einem Betrug ausgingen.
Wenn ich eine Ferienwohnung betreibe, sollte ich schon erreichbar sein. Auch wenn ich im Ausland in Urlaub bin, stehe ich als Ansprechpartner für meine Gäste zur Verfügung.

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #11 »Bergfee » 5. Okt 2019 15:55

Ich sehe das auch so wie Wolfgang12. Heutzutage sollte die Errichbarkeit kein Problem sein.
ehrlich währt am längsten

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Re: Betrug mit Ferienwohnungen

Beitrag von #12 »FairBär » 9. Okt 2019 15:50

Als Vermieter einer Fewo muss man heutzutage komplett sichtbar und auch erreichbar sein, finde ich.

Auch Mails erst an Tag 3 zu beantworten geht für mich gar nicht.

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